Yamaha übernimmt Brose E-Bike-Sparte Rückzug aufs Kerngeschäft

Der deutsche Automobilzulieferer Brose gibt sein Geschäft mit E-Bike-Antrieben an den japanischen Hersteller Yamaha ab. Damit soll die strategische Ausrichtung auf das angestammte Kerngeschäft weiter vorangetrieben werden.
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Die Brose SE gab per Pressemitteilung bekannt, dass sie ihr Geschäft mit E-Bike-Antrieben (www.brose-ebike.com) an die Yamaha Motor Co., Ltd. veräußert. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und umfasst die Übernahme der Motor eBike Systems GmbH durch Yamaha. Details zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht, die Transaktion soll jedoch Teil einer umfassenden Neuausrichtung bei Brose sein.

Yamaha setzt auf europäische Expertise

Yamaha plane, die Entwicklungsressourcen von Brose im Bereich der E-Bike-Antriebe zu nutzen, um die Produktplanung und -konstruktion weiter zu verfeinern, heißt es in der Mitteilung. Zudem wolle das japanische Unternehmen eine eigene Entwicklungsstruktur in Europa aufbauen. Dies soll helfen, Trends am Markt schneller zu erkennen, auf regionale Kundenanforderungen flexibel zu reagieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Auch die Beschaffung auf dem europäischen Markt und die betriebliche Effizienz sollen dadurch gesteigert werden.

Strategische Neuausrichtung bei Brose

Raymond Mutz, Geschäftsführer Antriebe der Brose Gruppe, habe betont, dass Yamaha optimale Bedingungen biete, um das E-Bike-Geschäft erfolgreich weiterzuführen. Gleichzeitig wurde das Engagement der Mitarbeiter gewürdigt, die maßgeblich zum bisherigen Erfolg beigetragen hätten. Brose wolle sich künftig stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren, konkrete Angaben dazu, wie sich dies auf die E-Bike-Sparte auswirke, wurden jedoch nicht gemacht.

Beide Unternehmen betonten, dass sie eng zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übergangsphase zu gewährleisten. Wie sich der Verkauf langfristig auf die Mitarbeiter oder die Produktpalette auswirken könnte, bleibt derzeit offen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Brose veräußert sein Geschäft mit E-Bike-Antrieben an Yamaha

Coburg/Berlin, 31. März 2025 – Die Brose SE veräußert ihr Geschäft mit E-Bike-Antrieben an die Yamaha Motor Co., Ltd. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden wird die Motor eBike Systems GmbH von Yamaha das E-Bike-Antriebs- und Systemgeschäft übernehmen. Der Verkauf ist Teil der strategischen Neuausrichtung von Brose mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Künftig wird Yamaha die Entwicklungsressourcen von Brose im E-Bike-Bereich nutzen, um die Planung und Konstruktion neuer Produkte weiter zu optimieren. Gleichzeitig plant das japanische Unternehmen den Aufbau einer eigenen Entwicklungsbasis in Europa, um Marktanforderungen schneller zu erkennen, flexibel auf lokale Kundenwünsche einzugehen und neue Kunden zu gewinnen. Zudem soll die Beschaffung auf dem europäischen Schlüsselmarkt gestärkt und die betriebliche Effizienz weiter verbessert werden.

„Wir sind überzeugt, dass Yamaha die besten Voraussetzungen bietet, um das Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig möchten wir unseren Mitarbeitern für ihr Engagement danken“, sagt Raymond Mutz, Geschäftsführer Antriebe der Brose Gruppe.

Beide Unternehmen arbeiten für eine reibungslose Übergangsphase eng zusammen.

Was haltet ihr vom Verkauf der Brose E-Bike-Sparte an Yamaha?

Infos: Pressemitteilung Brose SE

28 Kommentare

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  1. "Man darf auch nicht unterschätzen, dass Yamaha jetzt mit Specialized und Giant zwei der weltweit größten und renommiertesten Hersteller (fast) exklusiv hat. Das ist schon ne große Sache."

    Das muss ja nun nicht so bleiben.
    Gut, bei Giant wahrscheinlich eher, denn da wirds die Masse machen, aber Speci kann sich für die wahrscheinlich übernächste Generation auch nach einem anderen Antrieb umschauen.
    Die protektionistische Wirtschaftspolitik Trump's macht es auch wahrscheinlicher, einen Anbieter zu wählen, der in den USA schon engagierter ist als es Brose war und ist, zb. Bosch.
    Die nächste Modellgeneration wird dagegen vermutlich schon in Konstruktion oder Vorserie sein, so schnell wird es da keine Änderung mehr geben können, es sei denn der Verkauf war intern schon länger beschlossen und wurde erst jetzt publiziert.
    Das ist natürlich richtig. Kann mir aber schon vorstellen, dass der Speci-Deal von Brose einer der Gründe für den Kauf seitens Yamaha war. Die werden alles daran setzen, dass ihnen die Kalifornier treu bleiben. Klar, obs am Ende so kommt ... werden wir wahrscheinlich erst in einigen Jahren wissen.

    Trotzdem insgesamt durchaus interessant.
  2. Specialized wird, wie in der Vergangenheit auch schon, alles marketingmäßige dafür tun, das in den Rädern ein "Specialized" Motor (der natürlich in Allem super speziellsmilie ist) verbaut wurde.
    Die vermeiden ja jetzt schon nach Aussen hin das Wort "Brose" in den Mund zu nehmen.

  3. Wenn ein großes Schiff auf einen Eisberg zusteuert, dann macht es Sinn, sehr früh die Richtung zu ändern, weil so ein großes Schiff sehr lange braucht, um auf Lenkbefehle zu reagieren.
    Macht man es nicht rechtzeitig, läuft es auf.
    Vielleicht hilft diese Metapher ja etwas.
    Vollkommen richtig.
    Aber muss Mann Crew und Passagiere den ständig Angst machen dabei, obwohl ja noch genügend Treibstoff vorhanden ist zum lenken?
  4. Am Sprit lag es bei der Titanic nicht. Eher an der Fähigkeit der verantwortlichen Brückenbesatzung. Ruder zu spät eingesetzt.

  5. Vollkommen richtig.
    Aber muss Mann Crew und Passagiere den ständig Angst machen dabei, obwohl ja noch genügend Treibstoff vorhanden ist zum lenken?
    Ich fürchte, in der heutigen Zeit ist der Kapitän und seine Mannschaft froh, wenn das Schiff überhaupt noch fährt und nicht schon längst auf Grund gelaufen ist, oder unter anderer Flagge fährt.
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